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Gocher Heide

Die Gocher Heide ist eine Landschaft zwischen Goch, Uedem und Kalkar. Es handelt sich um eine plateauartige Erhebung, die geologisch als eiszeitliche Sanderfläche anzusehen ist.

Die Gocher Heide befindet nordöstlich der Stadt Goch und liegt im Bereich eines Höhenzugs, der sich bogenförmig von Kranenburg bis in den Raum Neuss erstreckt. Dieser als Niederrheinischer Höhenzug bezeichnete Rücken ist eiszeitlicher Entstehung. Gletscher der vorletzten Eiszeit schoben das gefrorene Material des Untergrundes zu Moränen auf.

Gocher Heide

Gocher Heide

Das Gebiet der Gocher Heide lag im Vorfeld dieser Stauchmoränen, so dass hier ein ausgedehnter Sander entstehen konnte. Dies ist eine Fläche, auf der Gletscherbäche stark sandiges Gesteinsmaterial ablagerten. Überlagert werden diese Ablagerungen von fruchtbarem Lössboden.

Die Gocher Heide wird heute überwiegend landwirtschaftlich genutzt. Zahlreiche Bauernhöfe, untergeordnet auch Gärtnereien, liegen verstreut in der weitgehend baumlosen, von einigen Trockentälern durchsetzten Ebene.

Eine geschichtliche Besonderheit bildet die Ansiedlung von Auswanderen aus den kurpfälzischen Gebieten Simmern und Kreuznach. Diesen war 1741 bei ihrem Auswanderungsversuch nach Amerika die Einreise in die Niederlande verwehrt worden.

Gocher Heide

Gocher Heide

Ein Teil der Emigranten konnte in der Gocher Heide angesiedelt werden, wo die Ortschaft Pfalzdorf gegründet wurde. Auch Louisendorf und Neulouisendorf sind Siedlungen der kurpfälzischen Siedler, sie entstanden aber später.

Auf diese Weise entstand am katholischen Niederrhein ein protestantisches Siedlungsgebiet in der Gocher Heide. Auch sprachlich haben sich dort Eigenheiten bewahrt. Man spricht daher von einer pfälzischen Sprachinsel am Niederrhein.

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